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Was habe ich mich auf diese Reise gefreut. Endlich wieder reisen! Und doch hatte ich einige Sorgen, sind die Entfernungen zwischen den Reisezielen nicht doch zu lang, machen die Kinder die vielen Ortswechsel mit, funktioniert das mit uns und dem Wohnmobil …?  Wir waren noch nie so lange und noch nie so weit mit den Jungs unterwegs. Bisher erschienen uns europäische Strände und Berge immer noch familientauglicher als eine vierwöchige Reise. Unsere Wahl auf die USA als ein easy-peasy Reiseland fiel daher ganz bewusst und wir sollten auch Recht behalten.

Wir haben 5 Nationalparks besucht, sind durch 6 US-Bundesstaaten gefahren und auf einer Höhe von 3000 m durch die letzten Schneereste gestapft. Zusammen haben wir Seehunde vom Strand aus beobachtet und Weißkopfseeadler sind über unsere Köpfe hinweg geflogen, wir haben Grauwale gesehen und noch über so viele andere Tiere gestaunt wie z.B. den Bombardierkäfer oder die vielen Rehe, Squirres oder die Bananenschnecke. 

Am Ende hatten wir 4500 km zurückgelegt. Die ersten 2200 km mit einem Wohnmobil und die restlichen 2300 km mit einem Mietwagen. Beides hat super funktioniert; unser Wohnmobil von Apollo haben wir über CU Camper gebucht und den Mietwagen über Alamo. Alle Gefährte haben uns prima von A nach B gebracht. Unsere Reiseroute könnt ihr auf der Karte nachsehen. Wir sind von Frankfurt nach Las Vegas geflogen und dann mit dem Wohnmobil bis San Francisco gefahren. Dieses haben wir dort abgegeben, haben ein paar Tage in San Francisco verbracht und sind dann mit dem Mietwagen entlang der Pazifikküste, immer Richtung Norden bis nach Seattle gefahren. Von Seattle sind wir anschließend zurück nach Las Vegas geflogen wo unsere Reise endete.

Wir haben die Route mit allen Unterkünften sowie Wohnmobil und Mietwagen weit im Voraus geplant und reserviert. Gerade die Nationalparks sind in den Sommermonaten super schnell ausgebucht. Einen Campingplatz in den Nationalparks kann man hier reservieren. Es lohnt sich genau zu schauen, ab wann man reservieren kann und dies dann auch direkt tun. Der Yosemite Nationalpark zum Beispiel ist so überlaufen, dass wir hier keine Chance auf einen Wohnmobilstellplatz im Valley hatten. Man konnte ab einem bestimmtenTag Punkt 16:00 Uhr MEZ reservieren und 2 Minuten später gab es keine Plätze mehr. Wir hatten hier einfach keine Chance! Alle Plätze die wir anklicken waren schon weg.

Ein echtes Highlight für die Kinder war das Junior Ranger Abzeichen. In jedem Nationalpark bekommen die Kinder im Besucherzentrum ein kleines Heft in dem sie, je nach Alter, verschiedene Aufgaben lösen können. Dort geht es vor allem um die Tiere und Pflanzen des jeweiligen Parks und wie man die Ökosysteme dort schützen kann. Man muss auch an einem Rangerprogramm teilnehmen. Dort erklärt ein Ranger den Kindern etwas über die Tiere oder die Besonderheiten des Nationalparks. Das ist ganz toll gemacht, dauert eine halbe bis eine Stunde und ist recht einfach gehalten. Unser „Großer“ konnte mit seinen 11 Jahren schon recht viel verstehen. Wenn alle Aufgaben erledigt sind, müssen die Kinder noch einen Schwur leisten und schwören das sie als „Ranger“ die Nationalparks und die Umwelt auf der ganzen Welt achten und schützen. Ich sehe die Jungs jetzt noch vor mir, wie sie vor dem Ranger stehen mit erhobener rechter Hand und ihm alles nachsprechen. Als Belohnung gibt es dieses tolle Abzeichen.

Aber jetzt erst mal der Reihe nach. Los ging es in Las Vegas, dort haben wir das Wohnmobil übernommen, waren einkaufen und die Kinder haben im Pool geplanscht. Durch den Jetlag waren wir dann sehr zeitig im Bett und konnten so am nächsten Morgen endlich richtig Aufbrechen.

1. Zion Nationalpark

Gewohnt: Wir hatten für 3 Nächte einen tollen Stellplatz auf dem WatchmanCampground. Die Lage war super, direkt am Virgin River und fußläufig zum Visitor Center.

Gesehen: Im Zion NP fahren Shuttle Busse durch das ganze Tal. Das ist wirklich super organisiert, kostenlos und man kann an ganz vielen Stationen ein- und aussteigen wie man möchte. Wir waren im Zion NP richtig viel zu Fuß unterwegs. Die meisten Wanderwege sind hier sehr kurz, sodass wir erst mal 3 Wanderwege zusammengefasst haben und sind denLower und UpperEmerald Pool Trail gewandert und dann über den Kayenta Trail bis zur Station The Grotto. Die Tour war wunderschön, wir sind unter einem Wasserfall hergelaufen, hatten einen fantastischen Ausblick ins Tal und die Jungs sind begeistert über Stock und Stein geklettert. Nachmittags wurde dann im Virgin River geplanscht.

Am nächsten Tag sind wir den Watchman Trail gelaufen, nicht ganz so schön wie die erste Wanderung, aber auch nicht so voll. Nachmittags haben wir uns dann in die Narrows gewagt. Am Ende des Tals fließt der Virgin River durch einen engen Canyon. Diesen kann man durchwandern, man geht fast nur durch Wasser, rechts und links ragen die steilen Felswände empor. Was für ein Abenteuer für unsere Jungs! Der Wasserstand war allerdings recht hoch, unserem Jüngsten ging das Wasser zeitweise bis zur Hüfte. Wir sind dann nur ein Stück in den Canyon gelaufen und dann einfach wieder umgekehrt. Für die Kinder war es ein unvergessliches Erlebnis.

2. Lake Powell, Antelope Canyon und Horseshoe Bend

Gewohnt: Wir waren 2 Nächte auf dem Wahweap Campground.

Gesehen: Die Kinder wollten plantschen und wir zum Antelope Canyon und beides haben wir auch gemacht. Der Lake Powell, ein riesiger Staudamm, ist eine gigantische Badewanne mit pipiwarmem Wasser, wo viele Amerikaner Urlaub machen. Die Kinder fanden es toll, mir erschloss sich der Sinn nicht so ganz, warum man ausgerechnet hierhin fährt um Urlaub zu machen. Es ist heiß und um einen herum nur wüstenähnliche Landschaft. Vielleicht hätten wir eine Bootstour machen sollen, aber dafür hatten wir dann keine Zeit mehr.

Der Antelope Canyon hat uns dagegen alle sehr beeindruckt. Ich habe gefühlte 1000 Fotos geschossen und doch kann kein einziges Bild dieses ergreifende Gefühl einfangen, welches einem am Boden des Canyons überkommt. Aber zu Beginn war ich richtig geschockt, als wir nach ewiger Warterei uns in diese riesige Menschenschlange einreihen durften. die sich da in den Canyon schlängelte. Ein paar Meter im Canyon drin wurde es jedoch ruhiger, doch es sind einfach zu viele Menschen, die dort durch geschleust werden. Doch wenn man am Grund dieses Slot Canyons steht und ein paar ruhige Momente hat, ist es einfach nur wunderschön. Nur die Natur selber kann solche Kunstwerke erschaffen. Ein überwältigendes Spiel aus Farben, Formen, Licht und Schatten.

Auf unserer Weiterreise Richtung Grand Canyon haben wir noch einen Abstecher zum Horseshoe Bend gemacht.

3. Grand Canyon North RIM

Gewohnt: Wir haben eine Nacht auf dem North RIM Campground verbracht

Gesehen: Wir sind den Transept Trail vom Campingplatz zur Grand Canyon Lodge gewandert. Hier hatten wir spektakuläre Ausblicke in den Canyon, ganz für uns allein. Nachmittags haben wir beim tollen Condor Talk mitgemacht und waren abends in der Lodge sehr lecker essen. Den Sonnenuntergang haben wir uns am Bright Angels Point angeschaut.

4. Cathedral Gorge State Park

Da die Weiterfahrt zum Yosemite NP in einem Tag nicht machbar war haben wir eine Nacht im Cathedral Gorge State Park verbracht. Dieser Zwischenstopp hat sich gelohnt. Es ist toll, durch diese skurrile Felslandschaft zu wandern. Es war so einsam und still hier.

5. Yosemite NP

Gewohnt: Wir haben eine Nacht auf dem Tuolumne Meadows Campground verbracht, direkt hinter dem Tioga Pass und eine weitere auf dem Diamant O Campground etwas außerhalb des Parks. Es war wirklich schade, dass wir keinen Campingplatz im Valley hatten. Wir hätten so sicher noch viel mehr von diesem tollen Nationalpark gesehen.

Gesehen: Die Tuolumne Meadows liegen auf ca. 2600 Höhenmetern und sind wirklich wunderschön. Besonders am frühen Morgen ist alles noch leise, die Rehe grasen auf den Wiesen und alles wirkt so friedlich. Im Valley selbst sind wir zu den LowerYosemite Falls spaziert, sind mit dem Shuttle Bus zum Cathedral Beach gefahren und haben dem Ranger Talk über Raben gelauscht. Alles in allem war unsere Zeit hier viel zu kurz.

6. San Francisco

Gewohnt: Wir haben 3 Nächte in dem netten AirbnbAppartment von Justin gewohnt. Die Lage war perfekt, ruhig in einem netten entspannten Viertel mit einigen schönen Geschäften, Cafes und Restaurants.

Gesehen: China Town mit DimSum zum Mittagessen, Coit Tower mit super Aussicht, Pier 39 zum Seelöwen gucken und im Ferrybuilding Marketplace gab es köstlichen Empanadas. Murals in der Balmy Alley bestaunt und fast einen ganzen Tag in der California Academy of Science verbracht. Sonnenuntergang am Baker Beach und sich auf viele weitere Tage am Meer gefreut.

Weiter geht es bald im Teil 2.